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Test: Terenzi Horror Nights 2009 im Europa Park

Von Tobias | 5.Oktober 2009

Bereits zum dritten Mal lockt der Europapark Rust seine Besucher mit den Terenzi Horror Nights auch in den Abendstunden in den “Freizeitpark des Grauens”.

In Zusammenarbeit mit Marc Terenzi präsentiert der Park in diesem Jahr ein wahres Horrorlabyrinth-Feuerwerk mit insgesamt 7 Mazes, welche sich über den Themenbereich Griechenland sowie Teile des schweizer Themenbereichs und eine große Fläche außerhalb des eigentlichen Parkgeländes erstrecken.

Auf dem Weg dorthin durchläuft man die Scare Zone “The End of Days”, welche hauptsächlich aus brennenden Autowracks und dazwischen umherirrenden Zombie-Punks besteht. Hier ist auch eine Kettensäge im Einsatz. Die Scares bestehen jedoch hauptsächlich aus plötzlich aufschreckenden Opfern oder Zombies, welche mit einer Kette gegen Ölfässer schlagen. Für eine reine Scarezone allerdings sehr gut gemacht!

The Kingdom of Lost Souls: The Tomb, The Temple

Der Anstehbereich von Poseidon wurde in die Scare Zone “The Kingdom of Lost Souls” umbenannt und beherbergt die Mazes “The Tomb” und “The Temple”, welche auf dem Parkplan als die beiden “schwächsten” angepriesen wurden.
Leider sind die Mazes nicht wirklich voneinander getrennt und bestehen im Grunde nur aus den Gängen des (recht langen) Wartebereichs von Poseidon, welche teils mit zusätzlichen Gittern versehen wurden und durch Nebelmaschinen eingenebelt wurden. Im Inneren warteten – zumindest bei unserem Besuch – höchstens zwei Akteure auf die Besucher und sorgten dort zumindest bei einigen Gästen für Angst und Schrecken. Unter dem Strich sind die Mazes genau das, was der Parkplan verspricht: Für jedermann verträgliche Scares, kein Blut oder sonstige Ekelobjekte und das Spiel mit Ängsten wird nicht an die Spitze getrieben.

The Underworld: Disturbia

Im Wartebereich der Achterbahn “Matterhorn Blitz” verstecken sich insgesamt bis zu 5 Akteure, welche die Besucher das Fürchten lehren. Die Scares werden oft sehr gut gesetzt, sind jedoch aufgrund des teilweise gut einsehbaren Bereichs oftmals vorhersehbar und belaufen sich lediglich auf herumirrende Zombies, welche die Besucher spontan anspringen oder anschreien.
Da sich das Labyrinth im Außenbereich befindet, kann hier nur sehr schlecht mit Nebel gearbeitet werden. Deshalb verzichtete man wohl einfach gänzlich darauf.
Dieses Maze wurde ebenfalls eher “schwach” vom Park bewertet, was sich auch mit unserer Meinung deckt.

Außerhalb des Parks befinden sich noch in einer Showhalle drei weitere Mazes:

The Carn-Evil

Der Park verspricht einen Karneval der Dämonen, gemeint ist sicherlich der englische “Carnival”, welcher aus Fahrgeschäften und Zirkuskünstlern sowie “Freaks” besteht. Letztlich sollte das wohl dem Besucher auch geboten werden. Doch was wartet im Inneren auf den Besucher? Hauptsächlich schwarze Wände, an denen man Zerrspiegel angebracht hat. Effekte, wie einen wegklappenden Spiegel mit dahinterstehendem Akteur, bleiben hier leider aus. In einem Gang sind Gemälde von Horror-Clowns an der Wand, zwei davon wurden wohl auch für einen Effekt (Durchgreifen eines Akteurs) vorbereitet, jedoch bei unserem Besuch nicht genutzt. Zwischen den schwarzen Gängen befanden sich einige Räume, in denen teilweise alte Dekorationen des Parks (Euromaus und Co) auf blutige Art und Weise wiederverwendet wurden. Die Akteure in den einzelnen Räumen hatten Ballpools, Rutschen und Spielzeug zur Verfügung, um damit die Gäste zu erschrecken. Leider wurde dieses Maze dem angekündigten mittleren Scarefaktor ganz und gar nicht gerecht und ist meiner Meinung nach eher im unteren Segment anzusiedeln.

The Asylum

Auch wenn man den Schriftzug des Mazes vergebens sucht – über dem Eingang steht nämlich nur etwas von einem Sanitarium – so befindet sich im Inneren das wohl vom Park am aufwendigsten konzipierte Maze. Die Besucher werden in 15-Personen-Gruppen einem “Ghosthunter” (was auch immer der in einer Irrenanstalt zu suchen hat…) zugeteilt, welcher die Besucher zunächst mit einem viel zu leisen Megaphon in den ersten Preshow-Raum leitet und dort die Story versucht zu erklären – Man hört ihn nämlich aufgrund der sehr lauten Geräuschkulisse kaum.
Danach gelangen die Gruppen in einen weiteren Wartebereich, wo sie ihrem nächsten Ghosthunter übergeben werden und einer Mikrofondurchsage (welche übrigens bei unserem Besuch unsägliche Rückkopplungen aufwies) lauschen müssen, in welcher die Sicherheitsvorschriften nochmal zum Besten gegeben werden.
Nachdem man den Ghosthunter aufgrund eines “Zwischenfalls” verliert ist man auf sich alleine gestellt und irrt durch mit schwarzem Molton abgehängte Bauzäune von einem Raum in den anderen. In den Räumen warten ähnliche Akteure wie auch bei Carn-Evil auf die Besucher und sorgen für teils heftige und teils eher demotivierte und gelangweilte Scare-Einlagen.
Mein Fazit: Das Maze besticht durch eine gut gedachte Preshow-Idee, welche jedoch leider nicht sehr gut umgesetzt wurde. Die Scares sind noch im erträglichen Level und man kann das Maze durchaus im mittleren Scare-Segment ansetzen, nicht jedoch im oberen Scarefaktor, so wie es der Park getan hat.

Rosemary’s Nightmare Continues

Die Fortsetzung der “Zombie-Version” von “Ciao Bambini” ist keine Fahrattraktion, sondern ein weiteres Maze. Dieses besteht hauptsächlich aus unbeleuchteten und wirklich stockfinsteren Gängen, welche aus Bauzäunen mit schwarzem Moltonbehang bestehen. Leider rennt man hier recht häufig gegen eine Wand oder verirrt sich in den ziemlich breiten Wegen, welche auch das versehentliche Umkehren ermöglichen. In einigen Ecken warten Erschrecker auf die Besucher und sorgen gerade in den Momenten, in denen man keinen Scare erwartet, für reichlich Gekreische unter den Besuchern.
Die Räume zwischen den Dunkellabyrinthen sind teilweise ohne Akteure und bieten nicht einmal irgendwelche Effekte. Aufgrund der Dunkellabyrinthe und den recht gut gesetzten Scares erhält das Labyrinth auch von mir – genau so wie der Park es anpreist – einen maximalen Scarefaktor.

Allgemeines

Leider verfügen die großen Mazes (Carn-Evil, Asylum und Rosemary’s Nightmare) nicht über einen dafür vorgesehenen Wartebereich. Da die Mazes als die furchteinflößendsten beworben werden, haben sie logischerweise auch den gößten Andrang. Bei den Scare Zones in Schweiz und Griechenland ist eigentlich nie eine Wartezeit zu verzeichnen.
Der Haken am Großen Andrang bei den drei Haupt-Mazes ist jedoch, dass die Warteschlangen oftmals mehrere Enden besitzen und man nicht so recht weiß, wo man sich anstellen soll. Außerdem ist – teils recht dreistes – Vordrängeln (trotz vor Ort vorhandener Security) an der Tagesordnung und es wird auch nichts dagegen unternommen. Die Anstehschlangen versperren den Durchgang zwischen der großen Showhalle und der Scare Zone in Richtung Griechenland, so dass man sich eigentlich nur durch die Anstehschlange hindurch quetschen kann. Hier muss unbedingt etwas getan werden, zumal der Platz für einen Wartebereich bei allen Labyrinthen gegeben ist und locker durch Bauzäune abgesperrt werden könnte.

Vampire’s Club

Die Station der Wasserachterbahn Poseidon wird ab 23 Uhr zur Tanzfläche. Die Schienen werden abgedeckt, die Einstiegstore verwandeln sich in eine Theke und ein DJ sorgt mit House-Beats für die richtige Beschallung. Ein Preisschild habe ich nicht entdeckt, genausowenig wie eine Cocktailkarte – man bestellte also mehr oder weniger “auf gut Glück”. Leider war der Raum recht schnell sehr gut gefüllt, so dass von einer Tanzveranstaltung keine Rede mehr sein konnte, sondern vielmehr von einem wilden Gedrängel zwischen der Theke und dem Standort der eigenen Gruppe. Das wäre sicherlich besser gewesen, wenn der Club auch dort eingerichtet worden wäre, wo man ihn auf dem Parkplan findet: Im inneren der Showhalle mit den 3 Mazes.

Fazit

Alles in Allem kann man den Terenzi Horror Nights 2009 attestieren, dass es sich um ein solides Halloween-Event mit einigen kleinen “Pferdefüßen” handelt. Das Marketing verspricht ein Horrorspektakel der Extraklasse, geboten wird jedoch leider nur Durchschnittskost, wie man sie aus dem Movie Park kennt, auch wenn die Akteure motivierter und die professionellen Masken besser sind. Bis zu 18€ Eintritt (Abendkasse) sind hierfür in meinen Augen nicht angebracht, ein geringerer Betrag – wie z.B. 10€ in Walibi World – hätte es hier auch getan, zumal die Essens- und Getränkepreise recht saftig waren.
Unterm Strich kann der Besuch dem geneigten Horrorfreund empfohlen werden, zumal er sich mit einem Mehrtagesaufenthalt im Europa Park auch besonders lohnt. Die Anreise nur für das Horror-Event würde ich jedoch niemandem epfehlen, hier gibt es in Deutschland durchaus bessere Veranstaltungen.

Themen: Park-Berichte, Tests | 1 Kommentar »

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